Donnerstag, 5. Mai 2016

Rezension: Träum was Böses von C.L. Taylor

Hallo ihr Lieben!

Heute habe ich wieder mal einen spannenden Thriller für Euch: "Träum was Böses" von C.L. Taylor.
Cover: Piper
Details:

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (13. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492303803
  • ISBN-13: 978-3492303804
  • Originaltitel: The Accident
  • Preis: 9,99


  • Inhalt:

    Böse Träume, so heißt es, sind der Schlüssel zu deinen geheimsten Ängsten. Doch was, wenn dein schlimmster Albtraum Realität wird? Wenn dir das Wichtigste in deinem Leben, deine eigene Tochter, genommen wird? Alles, was dir bleibt, ist ihr letzter Tagebucheintrag, der dir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und die leise Ahnung, dass du auf der Suche nach der Wahrheit niemandem mehr trauen kannst. Nicht mal dir selbst.
     
    Liebes Tagebuch, ich habe ein Geheimnis. Es zerfrisst mich. Es quält mich. Und niemand darf es erfahren. Niemand.
     
    Copyright Klappentext & Cover: PIPER
     
     
    Meine eigene Meinung:
     
    Ich persönlich finde die Buchgestaltung eher langweilig. Der schnörkelige Schriftzug und die Libelle passen einfach nicht so richtig zum Inhalt. Ein Mädchen im Krankenbett oder etwas in die Richtung wäre viel passender gewesen. Auch der Klappentext hätte umfangreicher ausfallen müssen, da man im Prinzip nicht viel über die eigentliche Geschichte erfährt. Außerdem finde ich auch den Titel "Träum was Böses" nicht so ganz passend. Denn niemand träumt hier. Es geht eher darum, mit der bösen Vergangenheit konfrontiert zu werden und herauszufinden, ob der Albtraum zurückgekehrt ist.
     
    Zur Story: Es geht um die 15-Jährige Charlotte, die seit einem vermeintlichen Unfall im Koma liegt. Ihre Mutter Susan ist allerdings davon überzeugt, dass es kein Unfall war, sondern ein Selbstmordversuch. Ein verstörender Tagebucheintrag scheint dies zu bestätigen, denn Charlotte plagte ein Geheimnis, das auf keinen Fall an die Öffentlichkeit geraten sollte. Was hat es mit dem Geheimnis auf sich und was treibt einen Menschen dazu, deshalb vor einen Bus zu laufen? Susans Instinkte sind geweckt und dabei scheint sie auch von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt zu werden...
     
    Besonders gefallen hat mir die besondere Erzählweise des Romans, denn er ist in zwei Zeitebenen eingeteilt. Einerseits erfährt man von Susans - Sue's - Vergangenheit. In Tagebucheinträgen erfährt der Leser, wie sie zwischen 1990 und 1992 eine anfangs glückliche Beziehung mit James geführt hat. Als dieser zunehmend aggressiv wird, sie einschüchtert, schlägt, von ihren Freunden isoliert und psychisch fertig macht, gelingt es ihr schließlich, ihn gegen seinen Willen zu verlassen. Daraufhin hat sie Brian kennengelernt und mit ihm Charlotte bekommen. Heute: Charlotte ist 15 Jahre alt und liegt im Koma. Was hat sie zu einem Selbstmordversuch bewogen? Der Verdacht erhärtet sich, dass James zurück sein könnte und sich an Sue gerächt haben könnte. Oder sind doch Charlotte's Freunde involviert? Zunehmend gerät Susan in Panik und weiß nicht, ob ihr ihr Verstand einen Streich spielt...
     
    Es wechselt sich immer ein Kapitel aus der heutigen Zeit mit einem alten Tagebucheintrag von Susan ab und es endet immer mit einer Art Cliffhanger, weshalb man als Leser eine Seite nach der anderen verschlingt. Die Ich-Perspektive trägt dazu bei, dass man einerseits mit der jungen Susan mitfühlt und leidet (!), andererseits aber auch ihre Paranoia und Ängste bezüglich Charlotte teilt und unbedingt erfahren möchte, was passiert ist. Insgesamt ist die Charakterzeichnung also sehr realistisch und man teilt immer den Verdacht, den Susan gerade hat. An der ein oder anderen Stelle ist man sich als Leser dann aber auch wieder unsicher, ob man Susan's Eindrücken trauen kann oder sie einfach psychisch labil ist.
     
    Allerdings muss man an dieser Stelle auch sagen, dass man hier keinesfalls einen actionreichen oder blutigen Thriller erwarten sollte. Hier geht es eher in die Mystery-Drama-Richtung, da es darum geht, ein Geheimnis zu ergründen und herauszufinden, was passiert ist.
     
    Das Ende ist letztendlich relativ schnell abgehandelt und leider auch ziemlich vorhersehbar. Es wäre noch besser gewesen, wenn es zum Ende hin noch mehr Wendungen gegeben hätte. Andererseits ist es toll, dass meine beide Zeitebenen sinnvoll miteinander verknüpft hat.
     

    Fazit

    "Träum was Böses" ist ein unterhaltsamer, spannender Roman, der vor allen Dingen durch die beiden Zeitebenen und Cliffhanger am Ende eines jeden einzelnen Kapitels punktet. Die Ich-Perspektive  und realistische Charakterzeichnung trägt dazu bei, dass man Susan's Leid, Angst und Verdächtigungen - sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart - teilt. Allerdings könnte der Titel insgesamt ganz andere Erwartungen an die Geschichte wecken und auch der Klappentext ist leider auf den ersten Blick nicht aussagekräftig genug. Ähnliches gilt für das Cover. Das Ende ist relativ enttäuschend, da es sehr vorhersehbar ist und keinen WOW-Effekt beim Leser hinterlässt. Der Roman  ist weder ein schockierender Psychothriller noch ein blutiger Thriller - Die Geschichte lässt sich am ehesten als Drama-Mystery beschreiben.
     
    3 / 5 Sternen
     
    Vielen Dank an Piper für die Bereitstellung eines kostenfreien Rezensionsexemplars.

    Kommentare:

    1. Wow! Das Buch klingt richtig richtig spannend! Ich lese ja eigentlich gar keine Thriller, aber dieses hier scheint sehr spannend zu sein- auch wenn das Ende vorhersehbar ist... Das ist ja leider bei vielen Büchern der Fall. Ich persönlich mag den Schreibstil mit den zwei Ebenen, den du ansprichst, auch extrem gerne. Immer wieder eine Rückblende und dann der Zeitsprung zurück in die Gegenwart- das finde ich auch immer sehr gut als Schreibstil. Ich denke, ich werde mir das Buch auch besorgen! Danke für deine ehrliche und authentische Rezension, Peter! :-) Schön geschrieben.

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      1. Hallo Laura! :)

        Vielen vielen lieben Dank für das tolle Feedback! Es freut mich, auch Dir als Nicht-Thriller-Fan ein paar Lese-Inspirationen liefern zu können! :)

        Die abwechslungsreiche Erzählart war wirklich super :)

        Ganz liebe Grüße
        - Peter

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    2. Hallo Peter,

      auch wenn dich dieser Roman offenbar nicht ganz überzeugt hat, klingt er wirklich interessant.
      Ich finde es super, dass du uns schon relativ viel von der Geschichte erzählst in deiner Rezension, weil der Klappentext fällt ja echt mager aus.

      Vielleicht hole ich mir das Buch einfach mal bei Gelegenheit um einen eigenen Eindruck gewinnen zu können.

      Sonnige Grüße :)

      Manu

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      1. Hallo Manu,

        ja... bei dieser Rezension musste ich einfach ein paar Einzelheiten zur Geschichte nennen, weil man sonst ja gar keine Vorstellung davon hätte, worum es wirklich geht.

        Es freut mich, dass Du dich von meiner "mittelmäßigen" Bewertung nicht abschrecken lässt und Dir eine Leseinspiration geben konnte.

        Ganz liebe Grüße!
        - Peter

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