Samstag, 31. März 2018

Buchverfilmung: Das Joshua Profil - Meine Meinung

Hallo ihr Lieben!

Eigentlich war für heute eine Buch-Rezension geplant, aber ich dachte mir, dass ich lieber erst einmal die Verfilmung von "Das Joshua Profil" (Sebastian Fitzek) aufgreife. Für die, die es nicht mitbekommen haben: Der Film lief gestern um 20.15 Uhr auf RTL und hat im Vorfeld von den seriösen Medien (u.a. Spiegel Online, FAZ) und in den sozialen Netzwerken ordentlich Kritik einstecken müssen. 

Illustration: Pixabay






Wie viele sicherlich wissen, bin ich ein riesen Fitzek-Fan und habe alle seine Bücher förmlich verschlungen. "Das Joshua Profil" zählt meiner Meinung nach trotz aktueller Ansätze (Big-Data, etc.) zu seinen schwächeren Thrillern. Meine Rezension findet ihr: HIER. Ich war dennoch offen für die Verfilmung und bin ohne große Erwartungen an den Film herangegangen. Das Buch war mir auch nicht mehr hundertprozentig im Kopf, ich konnte mich während des Films und danach aber doch an einige Details erinnern. Dass der Film vom Buch erheblich abweichen könnte, habe ich mir schon gedacht und wurde von Sebastian Fitzek auch im Vorfeld so angekündigt. Eine Buchverfilmung lässt sich eben nicht immer 1:1 und nach der Vorstellung jedes einzelnen Lesers umsetzen. Darauf war ich also gefasst. 

Fange ich erst einmal mit dem Positiven an, was mir am "Joshua Profil" gut gefallen hat: 
Grundsätzlich hat mir die Kameraarbeit und der Look des Films sehr gut gefallen. Für mich war es nicht so ein "typischer deutscher Film", wenn ihr versteht, was ich meine. Besonders cool und mysteriös fand ich die zwischenzeitlichen Einblendungen aus der "Joshua-Zentrale",  aus der der Protagonist Max überwacht und kontrolliert wird. Dass die Bösewichte alle Schwarz tragen und in einem weiß gekachelten Raum sitzen, ist natürlich wieder sehr klischeehaft, hat mich in dem Fall aber nicht gestört. Auch der Cast um Torben Liebrecht (spielt den erfolglosen Schriftsteller Max Rohde) und Armin Rohde (spielt den Anwalt Toffi) hat mir sehr gut gefallen, da die Emotionen der Figuren (verzweifelter Vater auf der Suche nach seiner (Pflege-)Tochter; schroffer, leicht unseriöser Anwalt, der seinen Mandanten rausboxen will) immer sehr gut auf den Punkt gespielt wurden. Auch der kleine Auftritt von Sebastian Fitzek als Buchhändler (Zitat: Thriller verkaufen sich in Deutschland nicht so gut) ist ganz nett für die Fans des Autors.

Was für mich nicht gut funktioniert hat, ist die Geschichte: Mir persönlich wäre es lieber gewesen, man hätte "Das Joshua Profil" einfach buchgetreu  als TV-Zweiteiler verfilmt, dann würde der Film eventuell funktionieren. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Änderungen, aber hier tut das dem Film einfach nicht gut. Mir persönlich war die Handlung etwas zu sprunghaft, teilweise habe ich nicht richtig verstanden, warum Protagonist Max plötzlich hier oder dort ist oder was nun der Plan ist. Außerdem war für mich auch die Situation rund um Frieda, die er zwischenzeitlich als Geisel im Auto nimmt (Buchkenner/Filmkenner wissen, was ich meine) etwas befremdlich. In der einen Szene wehrt sie sich noch gegen Max und wenige Augenblicke später ist Frieda eine der wenigen Vertrauenspersonen und er sucht sie in ihrer Wohnung wieder auf (woher wusste er ihre Adresse?). Es ist einfach überhaupt nicht ersichtlich, wieso sich Frieda so schnell auf Max Seite schlägt - zumindest für mich nicht. Was ich außerdem dämlich fand: Mal ist Max sofort wieder auf dem Radar der Bösen, wenn er aber mit Anwalt Toffi in einem Sightseeing-Bus in Berlin sitzt oder mit einem Hoodie bekleidet hinter seiner Frau auf einer Laufstrecke hinterherrennt und ihr die Situation erklären will, dass er mit der Entführung von Jola nichts zu tun hat, dann bleibt er merkwürdigerweise unentdeckt. Aha. Ebenso stutzig wurde ich, als in einer Rückblende der Vater von Cosmo und Max von einem der Jungen erstochen wird, das Messer fallen gelassen wird, aber sich keinerlei Blut daran befindet. Da ist Augenrollen leider vorprogrammiert. Das Ende kam für mich persönlich dann auch zu schnell und wurde zu hektisch abgehandelt. 
Für mich persönlich kam im Buch auch noch viel besser raus, was es mit "Joshua" denn nun wirklich auf sich hat und auch was den Entführer von Jola betrifft, fand ich die Auflösung im Buch um Längen besser. Schade. 

Fazit:

Der beste Cast und eine tolle Kameraführung bringen nichts, wenn die Geschichte nicht funktioniert, zu sprunghaft ist und der Zuschauer dem Geschehen nicht folgen kann. "Das Joshua Profil" versagt als Buchverfilmung komplett und auch als "Film nach Sebstian Fitzeks 'Joshua Profil'..." kann mich der Film nicht überzeugen. Und das liegt nicht daran, dass ich das Buch kenne. Es gibt einfach zum Teil Ungereimtheiten: Wieso ist Max mal auf dem Radar von den "Joshua"-Leuten, dann wieder nicht? Wieso herrscht plötzlich so ein Vertrauensverhätnis zwischen ihm und Frieda? Auch das Ende ist dann zu schnell abgehandelt, als Jola endlich gefunden wird. Auch zu der "Joshua"-Organisation würde ich, wenn ich ein "Nicht-Buch-Kenner" wäre, dann gerne noch mehr Inforamationen bekommen - gerade wenn man Themen wie Big-Data und Verbrechensvoraussage aufgreift. Für mich als Fitzek-Fan leider eine Enttäuschung, als Film-Fan ebenfalls. Wobei man eins sagen muss: Der Film ist noch etwas besser als "Das Kind". 

Sonntag, 11. März 2018

Meine Neuzugänge - Thriller, Thriller, Thriller - und eine Dystopie

Hallo ihr Lieben!

Bei mir stehen momentan im Studium viele Projekte an und die Bachelor-Arbeit steht kurz bevor (ich sollte mich eigentlich gerade lieber mit der Themensuche beschäftigen hehe), weswegen ich in letzter Zeit nicht ganz so regelmäßig zum Bloggen und  zum Lesen komme. Ihr werdet aber ganz bald schon eine Rezension von mir bekommen - versprochen!
Heute habe ich aber erst einmal einen Neuzugänge-Post für Euch, denn bei mir sind wieder ein paar neue Bücher eingezogen, die ich zum Teil beim Rumstöbern entdeckt oder als Überraschung im Briefkasten hatte.


Andreas Gößling: Wolfswut

Cover: Droemer Knaur
"Wolfswut" von Andreas Gößling ist mein erster True-Crime-Thriller überhaupt. Wie die Bezeichnung "True Crime" bereits verrät, werden in solchen Thrillern reale Fälle einbezogen und sind Grundlage für die Story. Der Droemer Knaur Verlag hat mir das Buch als Überraschungs-Lese-Tipp einfach zugeschickt und damit bei mir ins Schwarze getroffen. Ich habe schon mehr als die Hälfte gelesen und kann erst einmal nur so viel verraten (in der Rezension dann natürlich später mehr): Der Thriller ist fesselnd, makaber, schockierend und bisher echt gut. Wenn das Ende mich auch noch überzeugen kann, dann steht einer sehr guten Wertung nichts mehr im Wege.
 
Darum geht's:
Ein paar harmlos aussehende Fässer in der Garage ihres verstorbenen Vaters verwandeln das Leben von Lotte Soltau in einen Trümmerhaufen: In den Fässern lagern fünf brutal zerstückelte Frauen, teilweise müssen die Verstümmelungen bei lebendigem Leib zugefügt worden sein. Während Lotte noch versucht zu begreifen, wie ihr Vater, ein geselliger, musisch begabter Mann, zu den Taten eines Serienkillers fähig sein konnte, geschieht ein neuer grausiger Mord, diesmal an einem 16-jährigen Jungen. Und die Tat trägt eindeutig die Handschrift des toten Soltau …
Inhalt & Cover: Droemer Knaur
 
 

Sven Koch: Kalte Sonne

"Kalte Sonne" von Sven Koch war ebenfalls ein Überraschngs-Lese-Tipp in meinem Briefkasten, der mich kurz nach "Wolfswut" erreicht hat. Hier muss ich sagen: Der Klappentext klingt interessant, aber ich weiß nicht, ob ich zugegriffen hätte, wenn ich das Buch im Laden gesehen hätte. Die Zusammenfassung ist mysteriös, aber ich habe das Gefühl, dass man ähnliche Stories, wo plötzlich angeblich eine verstorbene Person irgendwo gesehen wird, schon öfter gelesen hat. Ich lasse mich aber auch gerne von der Geschichte überraschen und gebe Euch ein ausführliches Feedback, sobald ich das Buch gelesen habe.
Cover: Droemer Knaur
 
Darum geht's:
Sort Sol, die schwarze Sonne, verwandelt den stürmischen Herbst in Dänemark in eine unheimliche Kulisse für einen eiskalten Psychothriller: Während gigantische Vogelschwärme auf Jütland den Himmel verdunkeln und Bilder von Überschwemmungen die Nachrichten dominieren, sieht die 35-jährige Maja im Fernsehen etwas, das unmöglich ist:
Der Mann, der im Hintergrund durchs Bild läuft, ist Erik, ihr verstorbener Ehemann!
Nur wurde Eriks Leiche vor fünf Jahren aus dem Meer gezogen und mittels DNA-Abgleich eindeutig identifiziert. Maja beginnt, die gemeinsame Vergangenheit auf den Kopf zu stellen. Was sie findet, beschwört ein Unwetter herauf, ebenso dunkel und unheimlich wie die Zeit der schwarzen Sonne.
Inhalt & Cover: Droemer Knaur
 


Ihr wisst ja vielleicht bereits, dass ich auch immer auf der Suche nach Schnäppchen bin und gerne bei Mängelexemplaren oder Büchern mit Sonderpreisen schaue.
Bei Penny habe ich zwei gebundene Bücher (ohne Mängelexemplar-Stempel) für jeweils 5 Euro entdeckt und musste zuschlagen. Dabei handelt es sich um folgende Titel:
 

John Katzenbach: Der Wolf

Ich liebe Psychothriller und habe von vielen gehört, dass John Katzenbach ein richtig guter Autor sein soll, weswegen ich mich nun einmal selbst davon überzeugen wollte. Ich mag es einfach, auch neue Autoren zu entdecken und nicht immer wieder zu Gewohntem zu greifen. Wer von Euch hat die Bücher von ihm vielleicht schon gelesen und kann mehr zu seinen Thrillern sagen?
Cover: Droemer Knaur
 
Darum geht's:
Er ist ein Mörder und erfolgloser Schriftsteller – und will mit einem spektakulären Verbrechen unsterblich werden. Seine Inspiration: das Märchen vom “Rotkäppchen”. Seine Opfer: drei rothaarige Frauen. In einem anonymen Brief kündigt ihnen der „böse Wolf“ an, dass er sie jagen und zur Strecke bringen wird
Die Opfer wissen nichts voneinander. Und sie haben keine Ahnung, wann und wie der Täter Jagd auf sie machen wird. Zermürbt von ihrer Angst versuchen sie, ihr Leben zu retten ...
Inhalt & Cover: Droemer Knaur
 
 
 

Hugh Howey: Silo

Ich habe in den letzten Monaten auf meinem Blog den Fokus ausschließlich auf Thriller gelegt und dabei mein Interesse für Dystopien ein bisschen aus den Augen verloren. Das lag aber vor allen Dingen daran, weil die große Masse an Dystopien im Grunde immer an "Die Tribute von Panem" oder "Die Bestimmung" angelehnt war und mit einer 0815-Liebes-Story versetzt war, was mich persönlich als (männlicher) Leser nicht unbedingt anspricht. "Silo" von Hugh Howey habe ich irgendwann bei BookTubern in den Videos entdeckt und im Hinterkopf abgespeichert. Als ich das gebundene Exemplar dann zum Schnäppchen-Preis im Laden gesehen habe, dachte ich mir, ich könnte mit dem Kauf eigentlich nichts falsch machen. Wenn das Buch gut ist, werde ich natürlich auch die beiden folgenden Bücher kaufen.
Cover: Piper
 
 
Darum geht's:
In einer feindlichen, zerstörten Umwelt gibt es nicht mehr viele Menschen. Sie haben sich in ein riesiges Silo unter der Erde geflüchtet. Um zu überleben, müssen sie die strengen Regeln des Silos befolgen. Aber einige Wenige tun das nicht. Sie sind gefährlich. Sie wagen es zu hoffen und zu träumen und stecken andere mit ihrer Hoffnung an. Ihre Strafe ist einfach und tödlich. Sie müssen nach draußen. Raus aus dem Silo. Juliette ist eine von ihnen. Vielleicht ist sie die Letzte.
Inhalt & Cover: Piper
 
 
 
Da ich jeden Tag mit dem Zug zur Fachhochschule fahre, lege ich natürlich auch manchmal einen kurzen Zwischenstopp in der Bahnhofs-Buchhandlung ein und gucke, was es dort so Spannendes in der Mängelexemplar-Kiste zu entdecken gibt. Ich bin dort tatsächlich auf mir bekannte Autoren gestoßen und musste deren Thriller einfach einpacken.
 

Jutta Maria Herrmann: Schuld bist Du

Ich habe von Jutta Maria Herrmann bereits "Amnesia - Ich muss mich erinnern" (Rezi) gelesen und war damals alles in allem überzeugt. Da musste natürlich auch den Psychothriller "Schuld bist Du" mitnehmen, als ich ihn dort entdeckt habe. Außerdem ist der Protagonist ein Journalist, was für mich natürlich besonders interessant ist wegen meines "Medienkommunikation & Journalismus"-Studiums.
Cover: Droemer Knaur
 
Darum geht's:
„Schuld bist du!" - Diese mit Blut an eine Fensterscheibe geschmierte Botschaft findet der Journalist Jakob Auerbach in seiner leergeräumten Wohnung vor, als er von einer Dienstreise zurückkehrt. Von seiner Frau Anne und der kleinen Tochter Mia fehlt jede Spur. Auf der Suche nach ihnen hetzt er durch die nächtlichen Straßenschluchten von Berlin, ohne zu ahnen, dass er selbst der Gejagte ist..
Inhalt & Cover: Droemer Knaur
 
 
 

Jonas Winner: Die Zelle

Von "Murder Park" war ich damals zwar nicht komplett überzeugt - aber das Buch war auch nicht unbedingt schlecht, sondern hatte richtig gute Ideen, die nur noch besser hätten umgesetzt werden müssen. Ich dachte mir also "Wieso nicht nochmal auf eine Geschichte des Autors einlassen?". Vielleicht bin ich ja dieses Mal überzeugter.
Cover: Droemer Knaur
 
Darum geht's:
Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie im Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.
Inhalt & Cover: Droemer Knaur
 
 

 John Katzenbach: Der Psychiater

Meine Mutter hat schon mehrere Bücher von John Katzenbach gelesen - u.a. auch "Der Psychiater", weswegen auch dieser Psychothriller in meine Sammlung wandern musste, insbesondere, wenn man ihn zum Schnäppchen-Preis bekommen kann. Ich finde zwar, dass "Der Wolf" eher nach meinem Geschmack klingt, aber vielleicht ist "Der Psychiater" ja auch nicht schlecht. Was meint ihr?
Cover: Droemer Knaur
 
Darum geht's:
Timothy Warner, Spitzname "Moth", 24 Jahre alt, studiert Geschichte an der University of Miami - und hat ein massives Alkoholproblem. Seit hundert Tagen ist er nun clean, doch das hat er nur mit Hilfe seines Onkels Ed geschafft, eines prominenten Psychiaters. Als Ed tot in seiner Praxis aufgefunden wird, stürzt Moth ins Bodenlose. Doch eines ist ihm klar: Dies war kein Selbstmord, auch wenn die Polizei noch so sehr davon überzeugt ist. Bei seiner Suche nach dem Täter gerät Moth in das Visier eines gerissenen Killers ...
Inhalt & Cover: Droemer Knaur
 


Was sagt ihr zu meinen Neuzugängen? Welche Bücher davon kennt ihr oder habt ihr bereits gelesen? Welche findet ihr besonders lesenswert? Her mit Euren Meinungen!  

Sonntag, 11. Februar 2018

Rezension: SOG von Yrsa Sigurðardóttir

Hallo ihr Lieben!

Ich melde mich heute mit einer Rezension zu "SOG" von Yrsa Sigurðardóttir bei Euch zurück. Verzeiht mir meine kleine Abwesenheit, aber Ende Januar standen wieder ein paar Studien-Prüfungen und Abgaben an und da bin ich kaum zum Lesen gekommen. Aber immerhin: Heute gibt meine Meinung zum 2. Thriller der "Kommissar Huldar und Psychologin Freyja"-Reihe. Was ich vom ersten Buch der Reihe halte, lest ihr in meiner Rezension zu DNA.

Details:
Cover: btb Verlag


  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (18. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442756642
  • ISBN-13: 978-3442756643
  • Preis: 20,00 €


  • Inhalt:

    Zwölf Jahre nach dem Tod und der Vergewaltigung eines Mädchens wird eine Zeitkapsel in Reykjavik gehoben. Darin enthalten: 10 Jahre alte Briefe von Schülern, die beschreiben, wie sie sich Island im Jahre 2016 vorstellen. Darunter findet sich noch etwas anderes: eine unheimliche Botschaft, die akribisch genau die Initialen von zukünftigen Mordopfern auflistet. Kurz danach werden zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub in der Stadt treibend gefunden. Doch noch hat keiner eine Vermisstenanzeige bei der Polizei gestellt. Schon bald taucht die erste verstümmelte Leiche auf, dicht
    gefolgt von einer zweiten, und es ist klar, dass die Botschaft aus der
    Zeitkapsel ernst zu nehmen ist.

    Ein Fall für Kommissar Huldar, der sich beweisen muss: von seinen Leitungsaufgaben entbunden, wird er von den meisten seiner früheren Untergegebenen gemieden, die Beziehung zur Kinderpsychologin Freyja ist ebenfalls ruiniert, was er zu reparieren hofft, indem er sie in die jetzigen Ermittlungen mit einbezieht ...
    Cover & Inhalt: btb Verlag


    Meine eigene Meinung:

    Das Cover finde ich sehr gelungen, da es meiner Meinung nach perfekt zum Titel passt. Das Loch, das scheinbar an den Rändern anfängt zu bröckeln, die Blutstropfen und der orange Schriftzug stechen einem sofort ins Auge. Und das Buch löst tatsächlich einen regelrechten Sog aus, dem man sich nur schwer entziehen kann.
     
    Ich wurde von der ersten Sekunde an gefesselt, denn der Prolog verheißt nichts Gutes. 2004: Die kleine Vaka wartet an der Schule vergeblich auf ihren Vater, der einfach nicht kommt. Als sie eine merkwürdige Mitschülerin aus ihrer neuen Klasse entdeckt, die nur wenige Meter entfernt von der Schule wohnt, kommt ihr die Idee, dass sie ihren Vater doch vom Telefon ihrer Mitschülerin aus anrufen könnte. Die beiden machen sich auf den Weg. Die Mitschülerin drängt die ganze Zeit darauf, dass Vaka bloß leise sein soll, sobald sie zu Hause angekommen sind. Der Vater von Vakas Mitschülerin würde sonst böse werden. Doch es kommt, wie es kommen muss: Als sie bei dem Mädchen zu Hause ankommen, zum Telefon wollen, läuft anscheinend alles aus dem Ruder - am Ende des Prologs steht eine Vermisstenanzeige, in der die Polizei um Hinweise zum Verschwinden von Vaka bittet.
    Was Vaka zugestoßen ist und was für eine Lawine damit losgetreten wurde, erfährt der Leser erst nach und nach, als die Geschichte ins Jahr 2016 überspringt und Kommissar Huldar einen neuen Fall auf dem Tisch hat.
     
    Nachdem der letzte Fall mehr schlecht als recht endete, ist Kommissar Huldar seine Leitungsfunktion los, womit er sich allerdings schon angefreundet hat. Ihn ärgert es vielmehr, dass er jetzt eine niedrigere Position einnimmt, als er es vor der Übernahme der Leitungsfunktion getan hat. Die Fälle, die er bekommt, scheinen ihm nicht spektakulär genug, er fühlt sich unterfordert. Außerdem muss er alle Anweisungen von der schnippischen Erla,  die nun die Leitung übernommen hat und damit zum Teil überfordert zu sein scheint, befolgen.  Der vorherige Fall hatte aber auch Auswirkungen für Freyja: Sie ist nicht länger Leiterin des Kinderhauses, was ihr überhaupt nicht in den Kram passt. Sie macht Huldar dafür verantwortlich und vermeidet jeden Kontakt zu ihm.
    Als Huldar allerdings mit einer mysteriösen Zeitkapsel konfrontiert wird, in der eine Liste mit Initialen  von Personen stehen, die zeitnah sterben sollen, und schon bald zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub gefunden werden, müssen die beiden wieder kooperieren...
    Aber privat kommt auf Freyja auch noch etwas Neues zu: Sein Bruder, der im Knast sitzt und öfter Damenbesuch hat, ist unerwartet Vater geworden und Freyja will sich nun gelegentlich um das Baby kümmern...
     
    Der Fall hat mich auch dieses Mal gefesselt, da mir die Verbindung zwischen der Zeitkapsel und dem Prolog zunächst schleierhaft blieb und der gesamte Fall sehr komplex schien. Der Autorin gelingt es, durch ihren Schreibstil und den grundsätzlichen Plot eine düstere, mysteriöse Grundstimmung zu schaffen und damit für Spannung zu sorgen. Schließlich möchte der Leser wissen, warum die Menschen auf der Liste in der Zeitkapsel stehen und wie alles in allem zusammenhängt. Ich persönlich hätte mir allerdings noch ein oder zwei actionreichere Szenen gewünscht, da die Ermittlungen zum Teil etwas dahinplätschern und etwas mehr Abwechslung gut gewesen wäre. Positiv ist allerdings, dass die Autorin auf unnötige Wiederholungen, die mich im ersten Teil massiv gestört haben, dieses Mal verzichtet.
    Zu dem Fall möchte ich an dieser Stelle nichts weiter sagen, um nicht die Leselust zu nehmen und zu viel zu verraten. Eins kann ich allerdings verraten: Die blutigen Verbrechen, die scheinbar mit der Zeitkapsel und irgendwie auch mit Vaka zusammenhängen, reißen nicht ab und sind definitiv nichts für Zartbesaitete. Die Auflösung ist letztlich schlüssig und ausführlich und die Motive sind nachvollziehbar geschildert. Auch mit unvorhersehbaren Wendungen (Ich sag nur Epilog) kann die Geschichte punkten.
    Die Charaktere haben mich auch dieses Mal wieder überzeugt und ich finde es toll von der Autorin, dass sie sozusagen mit der zwischenmenschlichen Beziehung der beiden Protagonisten spielt. Zwischen Huldar und Freyja herrscht die ganze Zeit ein Auf und Ab. Sie scheint einerseits distanziert und trotzdem interessiert. Er möchte sie irgendwie rumkriegen und sucht ihre Nähe, vermasselt es dann aber doch wieder, indem er mit einer anderen in der Kiste landet (mit wem lasse ich hier bewusst offen). So ist auch das Privatleben der beiden durchaus turbulent und spannend, was sich natürlich auch auf ihre gemeinsame Arbeit auswirkt. Ob die beiden in Zukunft vielleicht doch noch ein Paar werden könnten, wird bewusst offen gelassen.
     

    Fazit:

    "SOG" löst tatsächlich einen Sog aus. Die mysteriöse Zeitkapsel, in der die Initialen von verschiedenen Menschen stehen, die bald sterben sollen, Morde und abgetrennte Gliedmaßen, die nach und nach passieren bzw. auftauchen, und die kleine Vaka aus dem Prolog - Der Leser ist davon gefesselt, zu erfahren, wie das alles zusammenhängt. Die Autorin sorgt mit dem Plot und ihrem Schreibstil für eine mysteriöse, düstere Grundstimmung und damit für Spannung. Auch wenn mir der zweite Thriller aus der Reihe schon besser gefallen hat, ist meiner Meinung nach noch Luft nach oben. Yrsa Sigurdardottir verzichtet zwar auf unnötige Wiederholungen, die mich im ersten Teil so sehr gestört haben, die Ermittlungen plätschern zum Teil aber trotzdem etwas dahin. Ein und oder zwei actionreichere Szenen täten dem Ganzen ganz gut. Die Auflösung und die genannten Motive werden schlüssig und ausführlich geschildert, sind für den Leser somit nachvollziehbar. Ebenfalls interessant ist das Verhältnis zwischen Huldar und Freyja, denn zwischen den beiden Protagonisten gibt es immer wieder ein Auf und Ab. Ich bin schon gespannt, wie sich das noch in Zukunft entwickeln wird.
     
    4 / 5 Sterne
     
    Wie findet ihr die Reihe? Welche Bücher sind besonders lesenswert von der Autorin? Her mit Euren Meinungen!
     
     
     
     

    Dienstag, 2. Januar 2018

    Rezension: DNA von Yrsa Sigurðardóttir

    Hallo ihr Lieben!

    Ich hoffe, dass ihr alle gut ins neue Jahr gestartet seid und einen tollen Silvesterabend mit Freunden und Familie verbracht habt. Heute habe ich eine Rezension zu "DNA" von Yrsa Sigurðardóttir für Euch. Das Buch habe ich zum Nikolaustag bekommen und es war mein erster Thriller, der in Island spielt. Den zweiten Teil der "Kommisar Huldar und Psychologin Freyja"-Reihe ("Sog") habe ich übrigens zu Weihnachten bekommen. Eine Rezension dazu wird also zeitnah folgen.


    Details:
    Cover: btb Verlag


  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (9. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 344271575X
  • ISBN-13: 978-3442715756
  • Originaltitel: DNA
  • Preis: 10,00 €


  • Inhalt:

    Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen.
    Copyright Inhaltsangabe & Cover: btb Verlag


    Meine eigene Meinung:

    Das Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen, als ich Ende November im Buchladen gestöbert habe. Mir gefällt der blutrote Schriftzug "DNA" auf dem gräulichen Hintergrund sehr gut, da alles zusammen irgendwie unruhig und düster wirkt. Vermutlich habe ich gerade deshalb zugegriffen, mir den Klappentext durchgelesen und das Buch gewünscht.
     
    Der Thriller startet mit einem interessanten Prolog: Drei kleine Geschwister, zwei Jungen und ein Mädchen, werden von einander getrennt, indem sie von unterschiedlichen Familien adoptiert werden. Die Verabschiedungsszene ist irgendwie herzergreifend. Dann startet auch schon die eigentliche Geschichte, die viele Jahre später spielt. Was aus den Kindern von früher wurde, bleibt unklar (bis kurz vor Schluss des Buchs).
    Eine Frau wird auf bestialische Weise von einem Unbekannten ermordet. Noch viel schlimmer: Ihre kleine Tochter hat sich während des Mordes unter dem Bett der Mutter verkrochen, versteckt gehalten und wird dort von Kommissar Huldar entdeckt, als die Polizei eintrifft, um den Tatort zu untersuchen. Die Kleine ist die einzige Zeugin und soll aussagen, um Hinweise auf den möglichen Täter zu liefern. Im Kinderhaus trifft Huldar dann auf die Psychologin Freyja, die die Vernehmung des Mädchens organisieren und überwachen soll. Das Brisante: Huldar ist Freyja schon einmal zuvor begegnet und hat unter falscher Identität mit ihr geschlafen, was ihr nun bewusst wird. Die beiden müssen nun aber trotzdem gemeinsame Sache machen, um den komplizierten Mordfall zu lösen. Und es bleibt nicht bei einer Leiche. Währenddessen stößt Amateurfunker Karl auf einen mysteriösen Zahlensender, der ausgerechnet die ID der ermordeten Frau ausspuckt und bekommt immer wieder neue verschlüsselte Zahlencodes.
     
    Für mich persönlich war der Einstieg in die Geschichte etwas gewöhnungsbedürftig, da ich bisher eben noch keine isländischen Thriller gelesen habe und dementsprechend von den 'merkwürdigen' Namen verwundert war. Das hat sich dann mit der Zeit aber gelegt. Die Mordserie, die die Autorin hier schildert, fand ich persönlich wirklich interessant, da der Killer sehr brutal agiert und ungewöhnliche "Tötungs-Werkzeuge" verwendet. Definitiv nichts für schwache Nerven. Natürlich ist der Leser die ganze Zeit über damit beschäftigt, zu rätseln, wer der Mörder sein könnte und aus welchem Motiv er vorgeht. Der zweite Handlungsstrang mit Karl, der Amateurfunker ist, lässt einen ebenfalls nicht los, da man die ganze Zeit einen Zusammenhang zwischen den Morden und ihm auszumachen versucht bzw. verstehen will, welches Spiel der Killer mit ihm treibt. Zumal es zu weiteren Morden kommt und Karl auch die ID des zweiten Opfers zu hören bekommt.
     
    Der Autorin gelingt es, ein gutes Bild ihrer Charaktere zu zeichnen. Kommissar Huldar ist eine Person mit Ecken und Kanten, zum Teil eine Art Bad Boy und dennoch sympathisch. Er hat nicht nur Freyja etwas vorgelogen, als er mit ihr geschlafen hat (Er hat es schwer, eine Frau kennenzulernen, die seinen Job akzeptiert, und hat ihr deshalb einen anderen Namen und Job genannt), sondern verheimlicht auch einem Kollegen, dass er mit dessen Frau geschlafen hat. Die Frau des Kollegen hatte zuvor schon zwei Babys verloren und war daraufhin ein drittes Mal schwanger, hat das Kind aber wieder verloren. Das Kind hätte also von ihrem Ehemann oder von Huldar sein können. Huldar macht sich nun im Nachhinein Vorwürfe, dass er sich diesen Fehltritt geleistet hat und weiß nicht, wie er sich seinem Kollegen gegenüber verhalten soll. Dadurch, dass Huldar eine Beförderung bekommen hat und die Ermittlungen zum Mordfall leitet, muss er eng mit ihm zusammenarbeiten.
     Mich persönlich es irgendwann genervt, dass sich Huldar immer und immer wieder Gedanken darüber macht und sein schlechtes Gewissen eigentlich andauernd in ähnlichen Passagen geschildert wird. Ich hatte dadurch das Gefühl, dass sich der Charakter irgendwie immer im Kreis dreht und habe (fast bis zum Schluss) keine richtige Entwicklung ausmachen können. Es hätte gereicht, wenn die Autorin die Umstände zwei Mal wiedergegeben hätte, aber doch nicht ständig. So hätte man locker 25 Seiten einsparen können. Außerdem hat es mich genervt, dass andauernd erwähnt werden musste, dass Huldar Nikotinkaugummis kaut. Auch das hätte zwei Mal gereicht - aber doch nicht gefühlt alle 30 Seiten. So ging auf Dauer auch etwas die Spannung verloren, da sich Dinge in längeren Absätzen immer wiederholt haben.
    Psychologin Freyja scheint zunächst etwas gekränkt zu sein, dass Huldar sie belogen hat. Sie zeigt sich nach außen hin auch bewusst unterkühlt und geht auf seine Annäherungsversuche (Er scheint wirklich Interesse an ihr zu haben) nicht weiter ein. Sie versucht das Ganze professionell anzugehen. Privat ist sie alleinstehend und lebt in der Wohnung ihres Bruders, der eine Gefängnisstrafe absitzen muss. Sie kümmert sich um seinen Hund. Insgeheim merkt der Leser, dass sie mit ihrer Situation nicht hundertprozentig zufrieden ist und gerne einen Partner an ihrer Seite hätte, auch wenn sie das nicht zugeben würde. Sie ist ein sehr einfühlsamer Mensch und man merkt, dass sie sich als Psychologin sehr gut in andere Menschen hineinversetzen kann.
    Auch die anderen Charaktere sind allesamt sehr gut ausgearbeitet. So hat man vom Amateurfunker Karl ein ganz klares Bild vor Augen: Er ist 24 Jahre alt, Chemiestudent (wobei er fast nie in der Uni ist) und geht etwas schusselig durchs Leben. Er hat nur zwei Freunde und macht insgesamt den Eindruck, als wäre er ein Nerd, der sehr zurückgezogen lebt und sich nur für die Funkerei interessiert. Er wurde adoptiert, seine Adoptiv-Mutter ist gestorben. Seitdem lebt er alleine in ihrem Haus, da sein Bruder (ein anderer adoptierter Junge, sprich: kein leiblicher Bruder) in Amerika lebt und sich etwas von ihm distanziert hat. Als Karl den mysteriösen Zahlensender entdeckt, ist er sofort Feuer und Flamme und stellt eigene Recherchen an. Insgeheim ist er enttäuscht, dass sich seine beiden Kumpels nicht mehr so stark für die Funkerei interessieren und seine Begeisterung für die Zahlencodes nicht gänzlich teilen.
     
    Auch wenn die Geschichte, wie bereits zuvor erwähnt, zwischenzeitlich ein paar Längen und damit an Spannung verloren hatte, konnte mich das Ende voll und ganz überzeugen. Hinter die Identität des Mörders bin ich bis zum Schluss nicht gekommen und war deshalb auch sehr überrascht. Insgesamt ist es der Autorin gelungen, alle Handlungsstränge wirklich sinnvoll miteinander zu verbinden und das Motiv des Mörders, weshalb er die Menschen umgebracht hat, schlüssig zu erklären. Dass damit auch ein sinnvoller Bogen zum Prolog entsteht, hat mich noch einmal mehr überzeugt.
     

    Fazit:

    Insgesamt ist Yrsa Sigurðardóttir mit "DNA" ein interessanter Einstieg in ihre neue Krimi-Reihe gelungen. Die Morde sind brutal, außergewöhnlich und nichts für schwache Nerven. Die beiden Protagonisten sind beide wirklich gut ausgearbeitet und man darf gespannt sein, wie sich deren Beziehung zueinander in den Folge-Bänden noch entwickeln wird. Leider haben ständige Wiederholungen von ähnlichen Gedanken dazu geführt, dass zwischenzeitlich die Spannung leider etwas verloren ging, ich manchmal mit den Augen rollen musste und sich die Charaktere für meinen Geschmack auch nur langsam entwickelt haben. Die Auflösung am Ende konnte mich dann aber doch überzeugen, da sie für mich unvorhersehbar war, das Motiv plausibel erscheint und alle Handlungsstränge sinnvoll miteinander verknüpft werden.
     
    3.5 / 5 Sterne
     
     
     
     

    Freitag, 29. Dezember 2017

    Meine Thriller-Schätze von Arvelle.de (Kooperation)

    Hallo ihr Lieben!

    Als Thriller-Fan stöbere ich natürlich auch öfter in den großen Kisten mit Mängelexemplaren im Supermarkt oder in Bücherläden. Richtige Schätze habe ich dort persönlich leider noch nicht entdeckt. Entweder haben mich die Titel nicht angesprochen oder ich hatte manche der Bücher schon im Regal, aber zuvor den vollen Preis dafür bezahlt. Nun habe ich eine tolle Alternative entdeckt und zum ersten Mal bei Arvelle bestellt. Natürlich wollte ich Euch nicht vorenthalten, was ich dort Spannendes entdeckt habe und was ich über den Onlineshop und das Angebot denke.
    Eins vorab: Das Team von Arvelle hat mir freundlicherweise einen Gutscheincode für meine Bestellung zur Verfügung gestellt. Trotzdem spiegelt dieser Blogpost komplett meine eigene Meinung wider, wurde komplett von mir selbst verfasst und enthält Infos, die mir persönlich wichtig und nennenswert erschienen. Es findet keinerlei Bezahlung für das Posting statt.
    Meine erste Bestellung von Arvelle ist angekommen. Foto: PetersBücherkiste

    Was gibt es bei Arvelle?

    Für die, die es nicht wissen: Arvelle ist ein Onlineshop, der Mängelexemplare und Restauflagen verkauft. Mängelexemplare sind in dem Fall Rückläufer aus Buchhandlungen oder von Verlagen, die beispielsweise leichte Transport- oder Lagerschäden haben und deshalb nicht mehr zum vollen Ladenpreis verkauft werden können. Arvelle kauft diese Mängelexemplare bei Verlagen und Großhändlern auf und verkauft diese wiederum an interessierte Leser, die sich daran nicht stören und von dem günstigeren Preis profitieren.
    Bei Arvelle gibt es aber selbstverständlich nicht nur Thriller im Angebot. Dort gibt es Romane aus den unterschiedlichen Genres (z.B. Fantasy, Historische Romane, Jugendromane, Biografien, Science Fiction, etc.), Kinderbücher, Ratgeber, Kreativ- und Kochbücher sowie Hörbücher. Manchmal gibt es auch spezielle Bundles, wo beispielsweise mehrere Krimi- oder Fantasy-Titel  in einem Paket angeboten werden.

    Was ich bei Arvelle bestellt habe

    Natürlich habe ich bei Arvelle zunächst nach Autoren gesucht, die ich persönlich mag und von denen ich schon etwas gelesen habe, das mich überzeugt hat. Selbstverständlich durfte da Ursula Poznanski nicht fehlen, von der ich zuletzt "Fünf" gelesen habe und die mich damals schon mit ihren ersten beiden Jugend-Thrillern überzeugt hat.
    Bei Arvelle habe ich zum Glück den zweiten und dritten Teil ihrer "Kaspary und Wenninger"-Thriller-Reihe entdeckt und unverzüglich in den Warenkorb gepackt. Schließlich wollte  ich "Stimmen" und "Blinde Vögel" ( "Schatten" , den 4. Teil, habe ich ja schon gelesen) auch demnächst noch lesen und für Euch rezensieren. Da hat das einfach gepasst, sie bei dieser Gelegenheit gleich zu bestellen.
    Bei Ursula Poznanski war natürlich auch Arno Strobel naheliegend, von dem ich bereits "Die Flut" und die beiden Bücher, die er zusammen mit der zuvor genannten Autorin geschrieben hat, gelesen habe. "Das Dorf" und "Der Sarg" haben mich neugierig gemacht und mussten einfach mit.
    Zuletzt habe ich mich für "Das Gesicht meines Mörders" von Sophie Kendrick entschieden, weil mich das Buch schon öfter im Laden angesprochen und der Klappentext total neugierig gemacht hat.  Außerdem kenne ich die Autorin bisher nicht und wollte auch etwas Neues entdecken. In dem Buch geht es um Clara, die aus dem Koma erwacht, sich an ihren eigenen Namen und Ehemann nicht erinnern kann und nun wissen will, wer sie umbringen wollte.
    Aber ganz ehrlich: Ich hätte noch viel mehr Bücher bestellen können, denn es gab noch viele weitere Titel, die ich sehr spannend und interessant gefunden habe. Diese sind erst einmal auf meinem Merkzettel gelandet und werden sicherlich in naher Zukunft noch folgen.  
    Diese Thriller-Schätze habe ich bei Arvelle bekommen. Foto: PetersBücherkiste

    Die Qualität meiner bestellten Bücher

    Meine Bestellung hat mich zügig (circa zwei Tage nach dem Bestellen) erreicht und ich war richtig gespannt, wie die Bücher aussehen werden, da ich schon mehrere Videos von BookTubern gesehen habe, die von der Qualität der Bücher geschwärmt haben. Teilweise wurde gesagt, dass die Bücher fast keinerlei Spuren haben und nur den typischen "Preisreduziertes Mängelexemplar"-Stempel aufweisen. Meine Bücher hatten leider nicht nur den Mängelexemplar-Stempel; es gab auch ein paar (gröbere) Macken. Finde ich persönlich aber auch nicht schlimm, da ich mich auf Mängelexemplare eingelassen habe und dann damit rechnen muss. In den Grabbelkisten im Supermarkt haben die Bücher zum Teil auch angehauene Ecken, irgendwelche Schnitte oder anderweitige Mängel.  Meine Bücher sind übrigens alle aus der Zustands-Kategorie "Gut". Vielleicht sind die Bücher mit dem Hinweis "Sehr gut" tatsächlich etwas besser vom Zustand her. Achtet bei Eurer Bestellung einfach mal darauf.
    Kleine Schnitte müssen in Kauf genommen werden.
    Alle fünf Bücher hatten irgendwo auf der Rückseite zum Teil Schnitte oder Einprägungen. Bei zwei Büchern waren oben neben dem Mängelexemplar-Stempel noch ein paar leichte Flecken (vermutlich vom Lagern). Mich persönlich stört das Ganze aber nicht, da die Bücher alles in allem in einem guten Zustand sind und im Regal immer noch gut neben den anderen Büchern von mir mithalten können. Solange der Buchrücken einwandfrei ist, sich die Beschmutzung in Grenzen hält und auch das Cover vorne nicht beschädigt ist, ist für mich alles in Ordnung.
    Auch Lagerflecken können vorkommen. Foto: PetersBücherkiste

    Mein Fazit: Lohnt sich Arvelle oder nicht?

    Für mich persönlich lohnt sich Arvelle auf jeden Fall, da ich dort Bücher finde, die ich in irgendwelchen Mängelexemplar-Kisten im Supermarkt oder im Buchladen sicherlich nicht finden
    würde. Ich werde definitiv auch in Zukunft noch die ein oder andere Bestellung dort aufgeben, da ich noch viele spannende Titel im Sortiment entdeckt habe.
    Natürlich muss am Ende jeder selbst wissen, inwiefern er Bücher mit kleineren Macken oder Lagerspuren in seinem Regal haben möchte. Mich persönlich stört das nicht, zumal die Mängel überhaupt nicht auffallen, wenn am Ende Buch neben Buch steht.
    Außerdem finde ich, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Oftmals kann man echt gute Deals machen und fast 50 Prozent im Vergleich zum Originalpreis sparen. Die Bücher, die ich mir ausgesucht habe, hätten im Laden jeweils 9,99 € gekostet - bei Arvelle nur 4,99 €. Für Viel-Leser ist Arvelle meiner Meinung nach auf jeden Fall lohnenswert.
    Disclaimer: Wie bereits zuvor oben erwähnt, hat mir Arvelle einen Gutscheincode zur Verfügung gestellt. Der Blogpost spiegelt aber in vollem Umfang meine eigene Meinung wider. Vielen Dank an Arvelle für die Zusammenarbeit.
    Habt ihr schon einmal bei Arvelle bestellt? Was haltet ihr vom Angebot? Sind Mängelexemplare für Euch ein Go oder ein No-Go in Eurem Bücherregal?